there are years that ask questions, and years that answer.

2017 habe ich es nicht geschafft, mein wöchentliches foto-roundup am ende jeder woche zu posten. weil ich mir zu wenig zeit geschaffen habe, um rauszugehen und fotos zu schießen, weil ich müde und faul und uninspiriert war, weil ich von um halb neun aus dem haus ging, um sieben wieder heimkam und die zeit dazwischen sowieso immer gleich aussah. der hang zur dokumentation, der klebt jedoch weiterhin an mir wie kaugummi an lieblingsschuhsohlen. müde und faul und uninspiriert bin ich immer noch. aber ich sehe licht am ende des tunnels und kreative oasen, die mich langsam aber sicher wieder aus meinem 2017er-tief ziehen.

also fange ich an. und gleite ganz geschmeidig und ohne druck in dieses neue dokujahr, MEIN dokujahr, mit einer sekunde von einer erinnerung zu jedem der 31 januartage.

das war januar

ein ruhiger jahresbeginn nur mit mir | eine kündigung | eine verlobten-vorstellung auf kubanische art | zwei neue texte über mannheim | ein verfressener besuchshund namens smilla | ein ausflug nach neuostheim | eine mail von jens aus der pfalz | ein bunter guter plan | ganz viele überstunden | ein neuer arbeitsvertrag | ein auf und ab und wieder auf | eine sehr schwere, neue couch | ein ordentlicher muskelkater in den armen | erfolgreiche facetime-sessions mit den eltern | ein langer spaziergang entlang des hochwässrigen neckars | ein besuch im fuji mit günther und franziska | eine unerwartete tomatenüberraschung vom nachbarn | ein kampf mit der bürokratie | ein udemy-kurs-kaufrausch | ein presserundgang im luisenpark bei strömendem regen | ein chilliger tag in dielheim | ein allabendliches runterzählritual | ein lustiges gespräch mit dem netten kellner in der luisella | eine mannheimgram-planungssitzung mit shidhartha und andrea | ein agentur-bowlingabend in neckarau | eine neue staffel will & grace | ein langsamer sonntag auf dem sofa | ein haarschnitt nach 15 monaten | eine tischreservierung in der dankbar | ein paar fröhliche gesichter durch meine postkarten | ein anfang.

the past is always tense, the future perfect.

den jahreswechsel habe ich aufgeräumt. nicht nur in mir drin, sondern auch um mich herum. die ausmist- und möbelrück-session war lange geplant und dringend nötig; ganze fünf tage hat sie mir abverlangt.

fünf tage, in denen säckeweise kleidung weggegeben wurden, alte smartphones, die in pappkartonboxen von ikea verschwunden waren, kleinkruscht, bei dem ich mich frug, warum ich ihn überhaupt besaß.

fünf tage, die sich zogen wegen der vielen langen pausen, in denen ich innehielt und alte erinnerungen studierte, mal gute, mal weniger gute, aber immer besondere. eine davon flog mir als kopie vor die füße: die leseliste für meine zwischenprüfung in englischsprachiger literatur. wie ich damals kämpfen musste, dass „white teeth“ von zadie smith daraufstehen darf, obwohl der roman doch so neu war. als ob das ein kriterium für gute literatur ist. sheesh.

Leseliste Anglistik Zwischenprüfung

die ultimative jahresendliste: 2017er edition

pferde und reiter in zeeland

gereist nach: darmstadt, frankfurt am main, speyer, bad dürkheim, zeeland, stuttgart.
gegessen: avocado-brot, hummus, burger mit sweet potato fries, kibbeling, tapenade, tony’s chocolonely, pizza, plätzchen, einstandskuchen, roti, halbgare muscheln (nicht zu empfehlen).
getrunken: schwarzen kaffee, club mate granatapfel, pfefferminztee, welde naturradler, holländischen apfelwein in het baken, nachtwandale im taproom, apfelweinschorle bei bembel with care, selbstgemachten mojito at the moxy, abgestandenen sekt.
gehört: musik quer durch die genres und jahrhunderte aus peters büro und die monatlichen favorites.
gelesen: the new yorker, t3n, w&v und das hier.
geschaut: big little lies, master of none, the marvelous mrs. maisel, game of  thrones, star wars: the last jedi, der wein und der wind, reign, the last kingdom, orange is the new black, how to get away with murder, how i met your mother (endlich von vorne bis nach hinten), lost, the voice of germany, nachrichten.
gelaufen: zu straßenbahnhaltestellen und bahnhöfen, die lange rötterstraße entlang, zum rathaus, aufs speyerer altpörtel hoch, durch museen, durch die vogelstang, zur multihalle, durch holländische naturschutzgebiete, querfeldein im nieselregen durch deichgebiet, kilometerlang den nordseestrand hoch und runter.
gelegen: auf der couch, in einem müffeligen doppelbett in baken 120, auf frau langes alter matratze im stuttgarter westen, in einem hotelbett mit rheinblick.
gesessen: am schreibtisch. in der straßenbahn. in einer darmstädter kirche. beim görtz. auf sonnigen parkbänken hinter altenheimen. bei 30° im kosmetikstudio kleopatra, um einem cellisten mit seiner loopstation beim weihnachtsliederspielen zuzuhören. im theater. in der commerzbank- und sap-arena.
geschwommen: gar nicht. grmpf.
gefahren: mit andrea zu konzerten, auf der a4 vorbei an den bäumen des jahres,
gerannt: ganz bewusst nur ein mal, um die 2 am alten messplatz zu erwischen.
gesungen: mit lauren denitzio zu ihrem cover von robyns „hang with me“, mit coldplay in der commerzbank arena, mit laura schlager der 50er jahre.
gemacht: einen schritt in die selbständigkeit. den ersten richtigen wegfahr-urlaub seit 4 jahren. eine weiterbildung zur online marketing managerin.
geweint: vor lachen.
gelacht: über günther und anton und anouki. mit andrea, shidhartha und franzi
getroffen: allman brown und seinen gitarristen, julien baker, lauren denitzio, eine strahlende anna baer, die tollen menschen, die das golden leaves festival organisieren, baristas und café-inhaber, nach 5jähriger pause endlich wieder alte kommilitoninnen aus freiburg ♥
getanzt: im basf feierabendhaus.
gestanden: an straßenbahnhaltestellen, an bahnhöfen, in der küche. an einer autobahnraststätte bei aachen.
verloren: motivation, passwörter.
gewonnen: 3 mal im lotto (aber nur kleine beträge), neue freunde, liebe und zuneigung.
beste momente: die offiziellen und inoffiziellen instameets in mannheim und speyer, die vorweihnachtswoche mit den vielen guten nachrichten zum jahresende.
schlimmste momente: die tatsache, im trott gefangen zu sein. alles, was mit trump und der afd in verbindung steht.
beste konzerte: super flu mit dem ntm-orchester, anne marie, julien baker, allman brown, mighty oaks, giant rooks.
zum ersten mal: einen kurs an der vhs ludwigshafen gegeben. car-sharing ausprobiert.
zum letzten mal: maxdome benutzt.
was neu war: die 4-tage-woche in der agentur und der 1 extra tag für meine projekte. die realisierung, dass ich mir in den letzten 3 jahren in der region einen ruf erarbeiten konnte. who knew? (not me.)
was blieb: die mähne, die zukunftsungewissheit.
was gut war: die dämpfer. das weitermachen. das zähnezusammenbeißen. die aussicht.
was ich mir für das nächste jahr wünsche: weniger stress, weniger chaos, weniger zweifel. mehr motivationen für wochenendtrips, mehr budget für einen urlaub in thailand, mehr weiterbildung in sachen fotografie, mehr platz für mich.

[20162015 | 2014 | 2013]

 

einunddreißig.

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weihnachtliches ohrgehänge selbstverständlich inklusive.

[3029 | 28 | 27 | 26 | 25 | 24]

endlich eine werbeanzeige für mich.

nicht nur wegen der kunst. sondern weil zelebriertes uncoolsein dieser tage für mich einfach sehr viel sinn ergibt.

die ultimative jahresendliste: 2016.

gereist nach: reilingen, mainz, ludwigsburg, köln, landstuhl, roßdorf, stuttgart, neustadt an der weinstraße.
gegessen: rote-beete-salat, katik döner, kartoffelgratin, grilled cheese sandwiches, kürbissuppe, milchschnitten-tiramisu.
getrunken: schwarzwild original espressomischung, kanadischen kaffee und generell hektoliter an koffeinhaltigem gebräu, pepper pils, deetz, dos más (gold & pink) und natürlich: zwischenwasser (danke, matze!).
gehört: adele, hans zimmer, beatles, paul mccartney, simon & garfunkel, david bowie, tom odell, ramin djawadi, the tallest man on earth und die monatlichen favorites.
gelesen: stellenanzeigen, werbe- und marketingzeitschriften, dinge über matratzen & big data & steuererklärungen für kleinunternehmen und das hier.
geschaut: game of  thrones, harry potter, the hobbit, westworld, jane the virgin, buffy, full house, fuller house, bauer sucht frau, the late show with stephen colbert, full frontal with samantha bee.
gelaufen: treppen hoch und treppen runter. am neckar und die industriestraße entlag. vom einen ende der langen rötterstraße ans andere. durch pfälzer wälder.
gelegen: auf 35 jahre alten sofas, durchgelegenen matratzen, im boxspringbett, aber am liebsten immer noch im eigenen.
gesessen: am schreibtisch zuhause, am schreibtisch in der industriestraße, am schreibtisch in der neckarstadt, in straßenbahnen, ices, taxen  und bussen, auf dem kunstledersofa im wohnzimmer, in cafés, in weniger arztzimmern als gedacht.
geschwommen: gar nicht. grmpf.
gefahren: ins möbelhaus, um mit und für die eltern eine neue couchgarnitur zu kaufen (großes drama!). zu kundenterminen in mainz, frankfurt, köln und roßdorf. nach landstuhl, um anton abzuholen. mit der tram durch die quadrate und nach ludwigshafen, mit dem bus richtung industriestraße und wieder zurück. wie immer mit der s3 nach wiesloch-walldorf.
gerannt: ganz bewusst nur ein mal, um die 2 am alten messplatz zu erwischen.
gesungen: zu sia und bruno und hip hop aus den 90ern.
gemacht: viele erfahrungen, die ich fälschlicherweise zunächst als fehler eingestuft hatte.
geweint: als ashima ganguli das leben, das sie kannte, aufgibt, um zurück nach kalkutta zu ziehen, wegen sturer rentner, wegen david bowie, wegen prince und alan rickman.
gelacht: glücklicherweise mehr als geweint. unter anderem wegen „knoblauch. die frucht der liebe“.
getroffen: fotograf edmund clark und seinen rechercheur crofton black, herrn specht, simone, nach 2 jahren auch wieder connie und hans, merch mashiah, anton ♥
getanzt: zum sound der huggee swing band.
gestanden: sehr, sehr gerne vor werken von lovis corinth, vor halb abgerissenen mauern von otto herbert hajek, auf laderampen zur mittagspause, in der küche.
verloren: das masterspiel, selbstbewusstsein und -vertrauen, ein paar freunde, die in andere weltecken zogen.
gewonnen: 3 mal im lotto (aber nur kleine beträge), neue freunde, liebe und zuneigung.
beste momente: die offiziellen und inoffiziellen instameets in mannheim, frankfurt und stuttgart, als anton in unserer wg einzog.
schlimmste momente: die op der mutter und als anouki angefahren wurde.
bestes konzert: gleichstand: josé gonzález auf dem maifeld derby, hans zimmer in der sap arena.
zum ersten mal: als „expertin“ und köchin ein food photoshoot begleitet, einen vollzeitjob angetreten, einen vollzeitjob gekündigt, redaktionssitzungen geleitet, webmeetings abgehalten, eine anfrage als influencerin erhalten (lol),  der mutter facebook beibringen wollen (wir üben noch).
zum letzten mal: mit den mädchentreff-mädels auf dem spielplatz gewesen, ein studium beendet (zumindest vorerst…), eine unmenge unbezahlter überstunden angehäuft, nicht nein gesagt.
was neu war: das erwachsensein.
was blieb: die zukunftsungewissheit.
was gut war: die dämpfer. perspektivisch gesehen. denn: what doesn’t kill you makes you stronger oder so.
was ich mir für das nächste jahr wünsche: mehr motivationen für wochenendtrips, mehr budget für einen urlaub in thailand, mehr skills in photoshop, mehr weiterbildung in sachen fotografie.

[2015 | 2014 | 2013]

DREISSIG.

30th birthday candles

[neunundzwanzig | achtundzwanzig | siebenundzwanzig | sechsundzwanzig | fünfundzwanzig | vierundzwanzig]

throwback zurück zum jahresanfang.

es ist sonntag, der 10. januar, früher nachmittag. ich bin um acht aufgestanden, kurz nachdem günther von der nachtschicht nach hause kam. habe ein glas grapefruitsaft getrunken und kalte tortellini mit lidl-pesto zum frühstück gegessen, wie so ’ne richtige erwachsene. eigentlich sollte ich an der masterarbeit werkeln; stattdessen sitze ich in meinem halb aufgeräumten zimmer und schreibe wörter in die zukunft.

nach weihnachten habe ich von s. ein verspätetes geburtstagsgeschenk bekommen, ein kleines, dünnes braunes heftchen, das gedichte und texte von warsan shire beinhaltet. teaching my mother how to give birth heißt es, ich hatte es auf meiner wunschliste. ich mag shire, weil ihre worte so pointiert sind, unprätentiös und krude und rauh, weh tun, manchmal, einen an dunkle plätze bringen. und dann gibt’s da ein paar sätze, die klingen wie eine aussöhnung mit dem was sein sollte und irgendwie doch nicht war, mit dem was passiert und nicht passiert ist.

2015 habe ich unbefriedigt beendet, weil ich so gar nichts gebacken bekommen habe. ein doofes gefühl. ich bin mir nicht mehr sicher, ob ich diesen masterabschluss packe, mit dem – so erscheint es mir zumindest – alles steht und fällt. es fehlt so wenig, ich bin so kurz vorm ziel. die familie fragt mich ständig, welche berufe ich in erwägung ziehe. ich bin bislang die erste und einzige, die nach der schule zur uni gegangen ist. werde mit stirnrunzeln angeschaut, sehr kritisch, wenn ich von meinen optionen erzähle, was ich gerne machen möchte, immer sehr hoffnungsvoll und doch realistisch. warum ich dann das, was ich studiert habe, überhaupt studiert habe, wird mir entgegengesetzt. es ist wohl nicht ganz einfach zu verstehen, warum irgendein mensch aus reiner neugier, spaß an wissenszuwachs und erkenntnisinteresse ein ziel verfolgt. nun ja.

sich nicht runterziehen zu lassen von so vielen kleinen dingen ist ziemlich schwierig, aber ich arbeite daran. shires worte habe ich mir jedenfalls in mein buch gepinselt, als wunsch für 2016. es kann ja nur besser werden.

symbolbild.

willkommen in meinem kopf.

jungbusch, romantisch.

fast überlege ich mir, kehrt zu machen. es ist halb acht; ich war die letzte, die gegangen ist, mal wieder, weil ich zuschließen musste. der nachmittag und abend auf der arbeit waren anstrengend, laut. ich will nach hause, zwei straßen weiter. die januarluft ist knackig und frisch; ich vergrabe das gesicht in meinem selbstgestrickten schlauchschal und ziehe die kapuze über den kopf, denn zuhause muss warten, weil ich nichts im kühlschrank, aber hunger habe.

also biege ich ein in die straße, in der immer etwas los ist, und laufe im stechschritt richtung supermarkt. im sommer findet das leben hier unter freiem himmel statt. manche sagen, es fühlt sich wie urlaub an; andere haben hier angst, wenn sie alleine an dem großen spielplatz vorbeilaufen, an kneipen und kiosken, den menschen, die sich in dieser straße aufhalten. aus dem augenwinkel sehe ich das schaufenster, in dem eine deckenlampe schüchtern ihr licht auf einen gedeckten tisch nieseln lässt, und ganz kurz vergesse ich, wie sehr es mich eigentlich friert.