über listen.

mit dem dezember kommt die alljährliche reverb-lawine dahergerollt, und ich kann gar nicht glauben, dass es schon wieder soweit ist. gestern habe ich in meinem kleinen fragen-und-antworten-buch zwei tage nach vorne, ins jetzt, geblättert. da bin ich kurz ein bisschen sehr traurig geworden, weil ich nach einem GANZEN jahr fast immer noch auf der gleichen stelle trete. (ich mag gar nicht auf den ersten reverb-eintrag von 2012 verweisen, sonst werde ich noch trauriger.) das sollte eigentlich ganz anders sein, so planmäßig und so! hach. will gut ding weile haben? ich hoffe es und klopfe auf holz.

„lists and prayers“ ist heute die aufgabe. übers beten kann ich nicht viel sage, das mache ich seit ich 12 bin nicht mehr (und davor eher auch nur wegen des gruppenzwangs). aber listen, die mag ich! merkt ihr ja selbst: hier gibt’s musiklisten, tweetlisten, wochenlisten, jahresendlisten. in unregelmäßigen abständen wurde sogar das ein oder andere rezept abgeliefert, listen inklusive.

in den tiefsten tiefen dieses blogs (weil recherche wichtig ist) war folgende liste abgeheftet:

awww, möchte ich rufen und meinem 2010er-ich jovial das haupt tätscheln. so viel idealismus, optimismus und naivität, das war schön, damals, mit 23. ein bisschen davon ist fünf jahre später immer noch da, einige der punkte wurden verinnerlicht: menschen anlächeln, lachen, lieben., weiterlernen.

ich war schon immer ein fan von auflistungen: dieses gefühl der vollständigen zufriedenheit beim wegstreichen einer zu erledigenden angelegenheit. schön sprachökonomisch für schreiber und leser, die meistens sowieso ein und dieselbe person sind. hat ja niemand mehr viel zeit, heutzutage. eigentlich dachte ich jedenfalls immer, dass listen einen weiterbringen. nun ist es leider so, dass einige der wegzustreichenden punkte mehr als hartnäckig auf meiner liste verharren (und ich habe den eindruck als vervielfältigten sich diese wöchentlich). ganz oben stehen, zu meinem leidwesen, immer noch eine projektarbeit, eine seminararbeit zu korpuslinguistik und meine masterarbeit [hier bitte einen eiskalten, mir über den rücken laufenden schauer einfügen].

an die zig anderen aufgaben, die ich an manchen äußerst pessimistischen tagen als die steten tropfen zu meinem hartz4-tum bezeichne, möchte ich gar nicht erst denken. die zwei-minuten-regel ist auf die meisten von vorneherein nicht anwendbar, und prokrastination und verdrängung bringen einen ja noch weniger weiter; es ist eine krux! start where you are, use what you have, do what you can, don’t give up habe ich rechts neben meiner laptoptastatur als erinnerung stehen, nur weiß ich in diesem jahr oft gar nicht, wo ich überhaupt beginnen soll. es ist eine krux, ich wiederhole mich.

womöglich sollte ich statt einer überarbeiteten to-do liste lieber eine not-to-do list schreiben? als beispiel ex negativo? ganz spontan fallen mir nur zwei punkte ein, die wirklich drauf müssen.

  1. prokrastination
  2. mich von der mitbewohnerin zu ungesunder lebensführung überreden lassen

irgendwie doch nicht so das wahre, diese not-to-do art. bleibe ich doch bei der konventionellen form und aktualisiere eben (aufs bild klicken, um dieses zu vergrößern!):

wenn listen wie gebete sind, dann muss ich aber ganz schön viele rosenkränze beten, ach herrje! eher unwahrscheinlich, dass ich der religion deswegen noch eine chance gebe. stattdessen sollte ich wohl lieber auf mein altes 2012er-ich hören, das noch mehr englisch als deutsch geschrieben hat, weil das manchmal viel leichter fällt:

and even though i’ve been feeling lately like everything and everyone is getting the better of me, i know that it’ll get better […]. i know that i’ll manage it somehow. i hope. i always have. i don’t want to complain that much. life isn’t always easy, i get it. and that’s okay. it’s just that sometimes getting the motor running is so damn hard.

 amen.

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