lieben, was ist.

wer mich sucht: ich stehe dieser tage in der ecke, aus der „ich kotz gleich!“ zu hören ist. warum das so ist, will ich eventuell an anderer stelle beleuchten, aber sagen wir mal so: es kommt derzeit mächtig viel zusammen. irgendwie werde ich die kommenden vier wochen trotzdem überleben. irgendwie. klopft auf holz.
abgesehen von den dingen, die nerven und/oder stressen und/oder zum kotzen sind, gibt es mindestens genauso viele, die liebenswert sind. zum beispiel die nachbarn in unserem wohnhaus mit all ihren problemen und eigenheiten. unsere wohnung mit den schiefen wänden. menschen, die sich für meine abschlussarbeit begeistern und mir fleißig daten für mein korpus schicken. meine eltern und ihr verständnis dafür, dass ich im moment nicht so oft vorbeikommen und anrufen kann – gleiches gilt für meine freunde (auch wenn ich weiß, dass es ihnen schwer fällt). weihnachtsmärkte und sprakos, die mit mir dort glühwein mit schuss trinken. (auf den kapuzinerplanken verkaufen sie frische austern. auf dem weihnachtsmarkt. austern. mein deplatziertheitsgefühl ob dieser dekadenz schwindet glücklicherweise mit jedem glühwein mehr.) die mitbewohnerin, die sich täglich mein gejammer anhören muss. laura, die noch mit mir befreundet ist, obwohl ich ihren geburtstag vergessen hatte. mein stipendium, das mir die miete bezahlt. nubi und bertil. die mädchen, die mir ausmalbilder oder basteleien als geschenke in mein fach legen. dozenten, die mich fördern. tanja, die einen immer wieder zurück auf den nüchteren und kühlen boden der tatsachen holt. fremde aus fernen ländern, die weise sätze auf postkarten schreiben und an meine adresse schicken.
und dann der berg ganz trivialer sachen: kaffee. das hagestolz. facebook. instagram. das internet. jimmy fallon. rory mccann. jerry saltz. skarsgard. die jahreskarte für den luisenpark. mein roter teekessel mit weißen punkten. bücher. museen in laufnähe. ermäßigte eintrittspreise. die metropolregion. eine krankenversicherung. weihnachtsgeld. eine funktionierende heizung. kartoffelsuppe. memes. noch mal kaffee. und kaffee im café sammo. und noch mal skarsgard.
das weniger gute mit dem guten aufwiegen, weiter sein und lieben, was ist. mir eine mentale notiz machen, da öfter dran denken. diesem ziel nähere ich mich in kleinen tipselschritten: auf das „ich kotz gleich!“ folgt in der regel ein „aber ich seh’s als herausforderung!“.

klopft auf holz, leute, klopft auf holz.

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