den kopf hochzuhalten ist das merkmal des menschseins.

so verschwommen ist alles, was nicht geschriebenes wort ist.

ich kann mich nicht mehr an das erste mal erinnern, das ich sie traf. vielleicht war es damals, in der schule, als sie kam, um uns von ihrem leben zu erzählen, ausgerechnet im auswärtigenraum, in dem es so seltsam roch nach wiederaufgewärmten, fettigen pizzafladen. auswärtig, dieses wort mochte ich nie.

rekonstruieren lässt sich unser erstes zusammentreffen durch die signaturen in ihren büchern, die sie mir hinterlassen hat, 002 steht da in meiner ausgabe von rückkehr der schiffe unter ihrem namen. sehr eigen, diese art der datierung, die erste ziffer, das jahrtausend weglassend. und die worte leben weiter im ewigen präsens des mythos, vielleicht läuft alles darauf hinaus.

ist aber eigentlich auch ganz egal, dieses wann und wo, was zählt ist die tatsache, dass wir uns getroffen haben. und ich habe sie bewundert ob ihrer schlagfertigkeit, ihres wissens, ihres charakters, ihrer standhaftigkeit, ihrer ehrlichkeit, des funkelns in ihren augen, auch wenn ihr äußeres schon sehr fragil erschien. nach der lesung im theater im bahnhof lud sie uns zu einem teller spargelsuppe an; wir fühlten uns so sehr geehrt und tun das auch heute noch.

„ich setzte den fuß in die luft, und sie trug“, schrieb sie in nur eine rose als stütze.

merk dir das.

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