rettungshund-prüflinge fotografiert.

erobique geliebt.

intime konzerte für für stadtnomaden im pitstop und in der fahrschule besucht.

in wartezimmern gesessen.

karten gewonnen, stück angeschaut.

wie beginnt man einen text über friedrich schiller? mit einem zitat? mit einem lauwarm dahergesagten was den briten der shakespeare, ist den deutschen der schiller? so richtig, das muss ich zugeben, habe ich mich mit dem guten friedrich zuletzt im deutschunterricht beschäftigt, als wir wilhelm tell und kabale und liebe lasen. maria stuartdie braut von messina, die räuber und den don karlos habe ich im theater gesehen. ein stück hier, ein stück da. aber es ist alles schon furchtbar, furchtbar lange her.

wie passend, dass wir mannheimer instagramer mit dem ersten von zwei #schiller2go-events in kooperation mit dem nationaltheater am gestrigen abend die 18. internationalen schillertage eingeläutet haben! die gelegenheit am schopfe packen, altes wissen auffrischen, viel neues dazulernen, internetbekanntschaften treffen und unmengen von fotos schießen, klickklickklick, das waren quasi die selbstauferlegten aufgaben. drei, zwei, eins, los!

treffpunkt war der platz der freundschaft in käfertal, denn wir wollten ins benjamin franklin village. aber moment mal: was hat verlassenes us-army-gelände im mannheimer nordosten denn bitte mit schiller zu tun? auf den ersten blick sehr wenig. auf den zweiten blick sehr, sehr viel. abstrahieren hilft (und macht alles um längen spannender, weil offensichtliches ja sowieso schnell langweilig wird).

das rahmenthema der diesjährigen schillertage lautet geschlossene gesellschaft und wird von dem slogan “exklusiv für alle” begleitet. [an dieser stelle muss ich immer kurz kichern, lebt doch der scherz vom widerspruch, denn was für alle exklusiv zugänglich ist, ist inhärent so gar nicht mehr exklusiv, ha! die lateiner unter euch erinnern sich vielleicht, dass “excludere” “ausschließen” bedeutet. aber weiter im programm.]

von gesellschaften sprechen wir, von großen und kleinen, auf verschiedenen ebenen, unterschiedlichen mikro- und makroleveln. die europäer, die instagramer, das ehepaar – drei beispiele aus unendlich vielen. ambivalente gesellschaften, die spannend und schwierig zugleich sein können, weil sie sich über zugangsbeschränkungen, aber eben auch über einladungen definieren. auch in schillers werken gibt es sie zuhauf.

[denkt euch an dieser stelle eine passende überleitung zurück zum benjamin franklin village.] nach dem zweiten weltkrieg war mannheim eine der städte, in der die amerikanische präsenz besonders groß war. das benjamin franklin village (kurz bfv) war quasi eine stadt in der stadt selbst (hallo geschlossene gesellschaft!) und beherbergte auf unglaublichen 144 hektar land tausende von soldaten mit ihren familien. nach dem wegzug der letzten soldatenfamilie 2012 verwahrlost das gelände mit seinen gebäuden nun vor sich hin, und zwar exklusiv (da haben wir’s wieder) und unzugänglich durch hohe zäune vom restlichen mannheim abgetrennt.

während der schillertage dienen einige ecken des bfv als spielstätten. und genau deswegen haben wir internetmenschen uns dort um 18 uhr versammelt, um gemeinsam mit dramaturgin lea und den mädels vom pr und marketing des ntm durch das village zu laufen. puh! es folgen viele, viele bilder, die bekanntlich mehr sagen als tausend worte:

das erste bild und gleich ein frühstart! ich hab nicht wirklich gesehen, dass das analogbild noch nicht fertig entwickelt war, weil mein smartphone-display sehr gespiegelt hat. ganz vielleicht war ich auch so freudig aufgeregt, dass ich zu ungeduldig zum warten war. also ganz vielleicht. ihr kennt das.

wusstet ihr, dass man mit einem iphone panorama-bilder schießen kann? ja? hättet ihr mir mal sagen können. ich scheine am klassischen starren mittelformat-tunnelblick zu leiden; das quadrat ist meine default-einstellung. nach eineinhalb jahren als apple-nutzerin habe ich gestern (!) auf dem weg zum treffpunkt die panorama-funktion entdeckt. aber lieber spät als nie, oder? natürlich musste das gleich ausprobiert werden. insgesamt hab ich drei panoramen aufgenommen, davon zwei im bfv. das erste wurde nicht ganz optimal (gebäude nicht ganz drauf), dafür sind die anderen beiden umso besser. gute quote, finde ich! (ein tipp: wenn ihr auf die panoramen klickt, könnt ihr sie in größer sehen.)

unglaublich, wie viel ungenutzter platz da leer steht. ich bin gespannt, was da in zukunft noch geschieht, auch im rahmen der konversion. toll ist auf alle fälle, dass im zuge des theaterfestivals mal wieder leben in die bude gebracht und wenigstens ein bruchteil der fläche für etwas sinnvolles genutzt wird.

sinnvoll genutzt als schauplatz für u.a. stücke aus afrika wird auch eine kirche. ausgerechnet die habe ich nicht fotografiert. macht nichts – vielleicht schaut ihr euch ja selbst ein stück darin an (oder ihr klickt rüber zu alice, die hat eins gepostet). ich war vorher noch nie im bfv und fand unsere tour sehr spannend. noch spannender hätte es eigentlich nur werden können, wenn eine horde zombies um die ecke gebogen wäre; es erinnerte generell sehr viel an zombiefilme (weil verlassen und menschenleer). ah, kopfkino. ist vielleicht doch besser, wenn du fiktiv bleibst. das bild, das die nicht-fiktive erfahrung auf dem bfv treffend zusammenfasst, ist folgendes:

[ich mag diese ganzen majuskeln und signalfarben bei diesen schillertagen. und auch (wie ganz oben im event-logo zu sehen ist) die gelbe unterlegung des textes; das ist wie bei batman und seinem bat-signal, nur dass es jetzt heißt: he, die schillertage stehen wieder an; macht euch bereit und kommt her! das habt ihr sehr schlau gemacht, ntm.]

danach ging’s mit der tram zum schloss. auf der fahrt dorthin hatten wir zeit für eine kleine verschnaufpause. maren hatte sogar snacks für uns dabei. lieben dank!

am schloss wartete ntm-kassenleiter alexander auf uns, der uns mit sehr viel charme und witz erzählte, wie schiller nach mannheim kam, welche personen dabei zentrale rollen spielten und wie das leben im mannheim des achtzehnten jahrhunderts aussah. alldieweil liefen wir vom schloss durch den schlossgarten zum schillerpark und danach vorbei am dalberg-denkmal, am lauerpark und am wasserturm in richtung nationaltheater. hab herzlichen dank dafür, dass du uns ein fenster in die vergangenheit geöffnet hast, lieber alexander! (und verzeih uns den ballon, der ausgerechnet neben dir, dem ballon-phobiker, geplatzt ist, ähem.)

letzter offizieller programmpunkt war dann das nationaltheater selbst, das älteste kommunale theater der welt, wo 1782 schillers räuber uraufgeführt wurden. durch den bühneneingang schlichen wir uns auf die leere bühne des schauspielhauses und hatten einen tollen einblick in die backstage-welt des ntm.

zu guter letzt landeten wir im bunker unter dem gebäude, wo in den “magic rooms” allerlei schöne/skurrile/gruselige requisiten im fundus gelagert werden. dort habe ich auch das dritte panorama-bild geschossen (klicken zum vergrößern!):

wie wir gelernt haben, stand unser guter schiller auf getränke aus vergorenem obst. das konnten wir gut nachvollziehen, weswegen wir dann nach getaner “arbeit” ins casino werkhaus getigert sind, wo wir auf einen obstler, ein paar legendäre toastecken sowie noch ein, zwei weitere drinks eingekehrt sind. mehr kann ich an dieser stelle leider nicht verraten, denn was im casino passiert, bleibt im casino. oder: egal wie dicht du warst bist, schiller war dichter. tätä! schenkelklopfer.

gesamtfazitbild für dieses erste #schiller2go-event:

danke an das team vom nationaltheater mannheim und an alle teilnehmer: madlen, michael, chris, petra, dominique, sabine, alice, tim, sebastian, johanna, julia, mareike, simone, sandra und marissa! am kommenden montag gibt’s ein wiedersehen mit einigen, wenn das zweite #schiller2go-event musikalisch lockt. ich freue mich schon darauf!

p.s.: auf marissas blog, michaels blog und dem storify vom ntm könnt ihr zusätzlich nachlesen, wie unser transmediales treffen war und wie die netzgemeinschaft fern von mannheim daran teilnahm. klickt euch auch mal durch das #schiller2go-hashtag auf twitter und auf instagram, wenn ihr mögt. das ist fast wie selbst dabei gewesen zu sein!

p.p.s.: hierüber bin ich heute morgen bei der recherche gestoßen; das passt wie die faust aufs auge:

(liebe zehntklässler: gern geschehen.)

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