oder:

nothing lasts forever but the sound of love astounds me every time that it calls | if you want to come over, we can listen to the dark side of the moon | como una promesa, eres tú, eres tú. como una mañana de verano. como una sonrisa, eres tú, eres tú. así, así, eres tú | nus a la platja farem l’amor. nus sota l’aigua fem-nos petons | into your heart i’ll beat again | i was perched outside in the pouring rain, trying to make myself a sail; then I’ll float to you, my darling, with the evening on my tail | if I could open my arms, and span the length of the isle of manhattan, i’d bring it to where you are, making a lake of the east river and hudson | she said “hello mister, pleased to meet ya” | and i’m ready to run, ready to fall, think i’m ready to lose it all | come a little bit closer, hear what i have to say | i feel a fire, i see a flame, set me alight, bring me desire, bottled up tight | like caging the ocean, dousing the sun, download the sky, bring me emotion, bottled up tight.

die küchentür muss geschlossen werde, bevor der letzte mensch die wohnung verlässt, weil die hunde sonst die regale ausräumen würden. davor, wenn zeit für ein gemeinsames frühstück bleibt, koche ich eier, kaffee, tee, zerquetsche avocado und vermenge sie mit knoblauch. die mitbewohnerin stellt derweil schon die butter raus, damit man sie besser streichen kann.
vor der lehrveranstaltung finde ich die sprakos an einem unserer inoffiziellen treffpunkte, entweder vorm eo bei einem kaffee und einer zigarette oder vor ew bei den fahrrädern und nur einer zigarette. wir reden über alles und nichts und suchen danach jedes mal aufs neue unseren seminarraum.
gegen abend rufe ich bei den eltern an. “bei mir alles klar, und bei euch?” “uns geht’s gut.” “schön.” gibt es nichts neues zu berichten, ist das gespräch in der regel nach maximal zwei minuten zu ende.
später sitze ich mit der gesammten wg im wohnzimmer. ich bin die erste, die sich verabschiedet, um noch eine stunde zu lesen, zu schreiben, oder anderen kram zu erledigen. die mitbewohner schlafen gerne bei laufendem fernseher auf der couch ein. “ich geh jetzt ins bett.” “bye turk. morgen frühstück?” “ja. bye!”

er sitzt regelmäßig vor dem drogeriemarkt in der innenstadt, auf einer großen braunen decke, mit ausgewaschenen jeans und einer olivgrünen kapuzenjacke. sein oberlippenbart ist nikotinverfärbt. neben sich hat er sein pappschild aufgestellt, auf dem in großen schwarzen majuskeln wir wollen kein mitleid, nur den menschen etwas freude bringen steht.
an einem der letzten novembertage, an denen er sein kaninchen nicht mitgebracht hat, sondern nur die mischlingshündin sha kira, gehe ich zum dritten male schon eilig an ihm vorbei. ich will schon in die linie 2 springen, die gerade angefahren kommt, mache jedoch kehrt, laufe zurück zum drogeriemarkt, kaufe ein paar hundekekse für sha kira und eine packung vanillekipferl für ihn.
in die hocke gegangen streichle ich der hündin über den kopf.

- für sha kira hab ich hier ein paar leckerli.
- danke.
- und für dich ein paar plätzchen, weil doch auch bald weihnachten ist.
- will ich nicht. kann ich nicht essen. diabetes. aber danke für die hundekekse. sha kira freut sich.

ich tätschele der hündin nochmals den kopf, bevor ich zurück zur haltestelle laufe.

wiedervereinigung. in diesem jahr nicht nur für deutschland ein wichtiges thema. die sommermonate waren die zeit der wiedersehenstreffen: laura kam zu besuch nach mannheim. ich fuhr für ein wochenende nach stuttgart zu lena (rechts gespiegelt), sophie und monja. nach gut zwei jahren kontaktlosigkeit war ich mit steffi frühstücken.
und obgleich wir uns alle nur sehr sporadisch beieinander melden – mal per email, mal per whatsapp, mal per herzele oder kommentar auf instagram – funktioniert das ganze wunderbar. vielleicht geht das sporadische miteinander immer noch auf meine kappe, denn ich bin auch 2014 zu keiner telefoniererin geworden. gespräche, die länger als 7 minuten dauern, sind mir zu anstrengend. aber das gute an diesen platonischen on- und (pseudo-)off-beziehungen ist ja, dass man sich beim physischen wiedersehen viel mehr zu erzählen hat. gleichgewicht wiederhergestellt.
glücklicherweise wissen die freunde, was sie sich mit mir angeschafft haben.

neulich war wieder einer dieser tage, an dem ein gegenseitiges aufbauen in meiner sprako-clique dringend von nöten war. es folgten dreißig minuten reziproker evokation, um uns deutlich zu machen, dass wir – obwohl das mannheimer studium uns mit wenig zuckerbrot und viel peitsche auf dem zahnfleisch gehen lässt – weiterhin einfach an uns glauben und die imaginär verlorenen zähne zusammenbeißen müssen. es hilft ja sonst nichts. gerade dieses wintersemester verlangt allen viel ab. wir schauen sehnsüchtig in die zukunft und hoffen auf ein leben mit geregelten arbeitszeiten und -tagen, an denen man ohne schlechtes gewissen auch mal abschalten kann, weil auf dem heimischen schreibtisch keine ellenlange liste mit aufgaben wartet, die noch abgeackert werden dürfen müssen.
die seminarsitzungen der letzten wochen und monate waren sehr spannend. ich habe begeistert viel gelernt über internetbasierte kommunikation, crosslinguistische differenzen, forschungsmethoden, die besonderheiten der jugendsprache, mehrsprachigkeit und spracherwerb. dass jede woche mindestens ein vorzubereitendes referat, meistens sogar zwei, auf dem programm standen, ist an sich nichts schlechtes (oder neues). blöd waren dabei nur die arbeitspartner, die mir zugeteilt wurden, denn meistens blieb die ganze arbeit an mir hängen. da hat mir das universum ganz schön was eingebrockt. und weil ich phasenweise doch sehr frustriert darüber war, habe ich meinen unmut über die gemeinsamen kollaborationen, die keine gemeinsamen waren, so deutlich (und trotzdem sachlich) wie noch nie zuvor geäußert, in emails, whatsapp-nachrichten und face-to-face gesprächen. gebracht hat es am ende trotzdem wenig. naja.
wenn mir noch mal einer sagt, dass studenten doch alle faul seien, darf er sich für eine ordentliche backpfeife wappnen. pazifismus hin oder her. kosmisches karma, ich bau auf dich.

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